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Learn German With Stories: Momente in München - 10 Short Stories For Beginners

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Jahr:
2014
Verlag:
learnoutlive.com
Sprache:
german
Datei:
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If Then (2015)

Jahr:
2015
Sprache:
english
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Learn German with Stories: Karneval in Köln – 10 Short Stories for Beginners

Jahr:
2014
Sprache:
german
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Learn German with Stories: Momente in München – 10 Short Stories for Beginners





© 2014, LearnOutLive.com

All text & illustrations by André Klein,

except cover art: Stadtansicht von München vom Maximilianeum (PD)

and detail of Altes Rathaus vom Marienplatz (PD)

First published on November 17th, 2014 as Kindle Edition





learnoutlive.com





DRM-free





Introduction


In this sequel to “Karneval in Köln”, Dino is making his way into the heart of Munich, capital of the Free State of Bavaria and home of the world-famous Oktoberfest. Bewildered by the Bavarian dialect and trying to get his head around local cuisine and customs, he finally lands a steady new job in a legendary location. But it’s only so long before a new acquaintance and the world’s largest funfair catapult him out of his everyday routine.

Explore the wonders of Munich in the autumn, learn about local sights and sounds, and improve your German effortlessly along the way!

~

This book is designed to help beginners make the leap from studying isolated words and phrases to reading (and enjoying) naturally flowing German texts.

Using simplified sentence structures and a very basic vocabulary, this collection of short stories is carefully crafted to allow even novice learners to appreciate and understand the intricacies of coherent German speech.

Each chapter comes with a complete German-English dictionary, with a special emphasis on collocative phrases (high frequency word combinations), short sentences and expressions.

By working with these “building blocks” instead of just single words, learners can accelerate their understanding and active usage of new material and make the learning process more fluid and fun.





How To Read This Book


Before we start, we should acknowledge that there will be many unknown words in the following stories and that there are, in fact, various ways to deal with this very common problem for language learners of all ages and stages.

1. If you want to get the most out these stories, you’ll have t; o establish some kind of Lesefluss (reading flow). You might be reading quickly or slowly, it doesn’t matter – as long as you keep on reading and allow context and continuity to clear your questions.

2. Furthermore, important or difficult words (and short phrases) are appended to each chapter with an English translation for quick look-ups.

3. If you’re reading this book on an e-reader or tablet, you can get instant translations by clicking/tapping on the word. To find out if your device supports this feature and how to enable it, please consult your manual or customer support.

4. As a final option we recommend using a good German-English online dictionary on your computer or mobile device while reading the following stories.





1. Eine unendliche Geschichte




~

Es ist Montagmorgen. Ich bin müde. Das Wochenende war wie immer zu kurz. Herr Jäger wartet bereits auf mich. Er gibt mir Eimer und Lappen und sagt: „Ran an die Arbeit!“

In ein paar Tagen beginnt das Oktoberfest. Viele Touristen werden kommen. Und alles muss sauber sein. „Picobello!“, sagt Herr Jäger immer. Er denkt, es ist ein italienisches Wort. Aber er hat keine Ahnung. Das Wort existiert nur in der deutschen Sprache.

Ich arbeite in den Bavaria Filmstudios. Das Arbeitsamt hat mir diesen Job gegeben. Ich dachte zuerst, ich werde als Schauspieler arbeiten. Aber nein. Ich bin nur Putzkraft. Mein Deutsch ist noch nicht gut genug, haben sie gesagt.

Es gibt jeden Tag Führungen durch die Studios. Touristen kommen aus der ganzen Welt. Berühmte Filme wie Die Unendliche Geschichte und Das Boot wurden hier gedreht. Sogar internationale Regisseure und Schauspieler wie Alfred Hitchcock und Sofia Loren haben hier gearbeitet.

Meine Arbeit ist auch eine unendliche Geschichte. Ich putze jeden Morgen. Und am nächsten Tag ist alles wieder schmutzig. Es gibt hier viele Original-Requisiten. Manchmal finde ich Kaugummis im Fell von dem Glücksdrachen Fuchur. An anderen Tagen muss ich die Wände von dem U-Boot putzen, weil wieder jemand etwas gekritzelt hat.

Der Job ist sehr langweilig. Ich arbeite allein und es ist meistens sehr still. Ich bekomme acht Euro pro Stunde. Das ist nicht schlecht, aber das Leben ist ziemlich teuer in München.

Mein Chef, Herr Jäger, ist sehr streng. Ich darf nicht zu viele Pausen machen. Aber ich weiß, wo die Sicherheitskameras sind. Deshalb ist mein Lieblingsplatz im U-Boot. Dort können die Kameras nichts sehen. Es gibt auch ein paar Kojen. Manchmal schlafe ich eine halbe Stunde, oder trinke Kaffee aus meiner Thermoskanne.

Niemand kennt mein geheimes Versteck. Den Film Das Boot habe ich nie gesehen. Aber in meinen Träumen bin ich selbst Kapitän, Tausend Meilen unter dem Meer. Ich träume von Killerkraken, Meerjungfrauen und verlorenen Zivilisationen. Einmal habe ich eine riesige Schildkröte gesehen. Sie hatte das Gesicht von Herrn Jäger. Dann bin ich schnell aufgewacht.

~

Montagmorgen: Monday morning | müde: tired | Wochenende: weekend | wie immer: as always | zu kurz: too short | wartet auf mich: waits for me | bereits: already | gibt mir: gives me | Eimer: bucket | Lappen: rag | sagt: says | Ran an die Arbeit!: Get to work! | ein paar: a few | Tage: days | beginnt: begins | viele: many | werden kommen: will come | alles: everything | sauber sein: be clean | picobello: spic and span | denkt: thinks | Wort: word | keine Ahnung: no clue | existiert: exists | nur: only | Sprache: language | arbeite: work | Arbeitsamt: employment office | hat mir … gegeben: has given me … | dachte: thought | zuerst: first | als Schauspieler: as an actor | Putzkraft: cleaner | noch nicht: not yet | gut genug: good enough | es gibt: there is/are | jeden Tag: every day | Führungen: guided tours | durch: through | aus der ganzen Welt: from around the world | berühmt: famous | wie: like | wurden hier gedreht: were shot here | sogar: even | Regisseure: directors | auch: also | unendliche Geschichte: neverending story | putze: clean | Morgen: morning | am nächsten Tag: the next day | wieder: again | schmutzig: dirty | Original-Requisiten: original props | manchmal: sometimes | Kaugummis: chewing gum | Fell: fur | Glücksdrachen Fuchur: Luckdragon Falkor [character from the ‘Neverending Story’] | an anderen Tagen: on other days | Wände: walls | U-Boot: submarine | weil: because | jemand: someone | etwas: something | gekritzelt: scribbled | langweilig: boring | allein: alone | meistens: mostly | sehr still: very quiet | bekomme: get | pro Stunde: per hour | nicht schlecht: not bad | Leben: life | ziemlich: pretty | teuer: expensive | Chef: boss | streng: strict | darf nicht: mustn’t | Pausen machen: take breaks | weiß: know | wo: where | Sicherheitskameras: security cameras | deshalb: therefore | Lieblingsplatz: favorite place | dort: there | können nichts sehen: can not see anything | Kojen: bunks | schlafe: sleep | eine halbe Stunde: half an hour | Kaffee: coffee | Thermoskanne: thermos bottle | niemand: nobody | kennt: knows | geheimes Versteck: secret hideout | nie: never | gesehen: seen | in meinen Träumen: in my dreams | selbst: myself | Tausend Meilen unter dem Meer: thousand leagues under the sea | träume von: dream of | Killerkraken: killer octopuses | Meerjungfrauen: mermaids | verlorene Zivilisationen: lost civilizations | eine riesige Schildkröte: a giant tortoise | Gesicht: face | schnell: quickly | aufgewacht: woke up





Übung

1. Wo arbeitet Dino?

a) beim Arbeitsamt

b) in den Bavaria Filmstudios

c) auf dem Oktoberfest



2. Was arbeitet Dino?

a) Er putzt.

b) Er ist Schauspieler.

c) Er ist Touristenführer.



3. Der Job ist sehr …

a) schön

b) anstrengend

c) langweilig



4. Dino bekommt … pro Stunde.

a) acht Euro

b) achtzehn Euro

c) achtzig Euro



5. Wer ist Herr Jäger?

a) Dinos Freund

b) Dinos Kollege

c) Dinos Chef



6. Warum macht Dino Pausen im U-Boot?

a) Es gibt dort keine Sicherheitskameras.

b) Es gibt dort viele Kollegen.

c) Es gibt dort eine Kaffeemaschine.





2. Willkommen in Minga




~

Es war nicht so leicht, in München eine Wohnung zu finden. Ich habe viel gesucht. Die meisten Wohnungen waren zu teuer. Am Ende habe ich ein kleines Zimmer in einer WG gefunden. Der Preis war gut und die Lage auch, nur fünf Minuten vom Marienplatz entfernt, sehr zentral.

Mein Mitbewohner heißt Sebastian, aber alle nennen ihn „Wastl“. Er ist ein richtiger Bayer. Er kommt aus einem kleinen Dorf am Fuß der Alpen. Wastl spricht Bairisch. Das ist ein deutscher Dialekt, aber für mich ist es wie eine neue Sprache. Es ist sehr frustrierend.

Auf Bairisch heißt München zum Beispiel „Minga“. Ein Buch ist ein „Biachal“, ein Kopf ist ein „Dez“ und „Foda“ bedeutet Vater. Man sagt nicht „Hallo“, sondern „Servus“, “Grias di” (Grüß dich) oder „Grias God“. Das bedeutet wörtlich „Grüß Gott“. (Die Bayern sind sehr katholisch. Es ist fast wie zu Hause in Sizilien.)

Wastl studiert Landwirtschaft in München. Ich sehe ihn nicht sehr oft. Unser Tagesrhythmus ist sehr verschieden, aber manchmal essen wir zusammen. Wastl versucht Hochdeutsch mit mir zu sprechen, aber es funktioniert nicht immer.

Am ersten Morgen in der neuen Wohnung haben wir zusammen Frühstück gegessen. Wastl hatte ein traditionelles bayrisches Frühstück zubereitet.

„Servus, Dino!“, sagte Wastl. „Gut geschlafen?“

„Guten Morgen“, sagte ich und gähnte.

„Magst du Waiswuaschd?“, fragte Wastl.

„Wais…was?“, fragte ich.

„Weißwurst“, sagte Wastl auf Hochdeutsch. „Kennst du nicht?“

„Nein“, sagte ich und schüttelte meinen Kopf. „Ich glaube nicht.“

„Hier“, sagte Wastl und gab mir einen Teller. Auf dem Teller lagen zwei Würste und eine Brezel. „An guadn!“, sagte er.

„Wie bitte?“, fragte ich.

„Ah“, sagte Wastl. „Das bedeutet ‘Guten Appetit‘ auf Bairisch.“

„Ach so“, sagte ich und starrte auf den Teller. Die Wurst war weiß wie Schnee. Ich nahm eine Gabel in die Hand, aber Wastl schüttelte den Kopf.

„Na“, sagte er. „Zuzeln!“

„Was?“, fragte ich.

„Mit den Fingern!“, sagte Wastl. „Hier, schau!“ Er nahm eine Wurst in die Hand, steckte sie in seinen Mund und saugte. Nach ein paar Sekunden warf er die Pelle auf den Teller und sagte: „Jetzt du!“

„Äh, ich glaube, ich esse erst einmal ein bisschen Brezel“, sagte ich und begann zu kauen. „Mmh, sehr lecker. Gibt es Kaffee dazu?“

„Na“, sagte Wastl und lachte. Er stand auf, ging in die Küche und kam mit zwei großen Gläsern zurück. Dann öffnete er zwei Flaschen.

„Bier?“, fragte ich. „Zum Frühstück?“

„Ja freilich!“, sagte Wastl und lachte. Er hob sein Glas und sagte: „Willkommen in Minga. Prost!“

~

nicht so leicht: not so easy | Wohnung: apartment | viel: a lot | gesucht: searched | die meisten: most | am Ende: at the end | Zimmer: room | WG (Wohngemeinschaft): shared apartment | gefunden: found | Preis: price | Lage: location | nicht weit von … entfernt: not far away from … | zentral: central | Mitbewohner: roommate | heißt: is called | alle nennen ihn: everybody calls him | ein richtiger Bayer: a real Bavarian | kommt aus: comes from | Dorf: village | am Fuß der Alpen: at the foot of the Alps | spricht: speaks | Bairisch: Bavarian (dialect) | für mich: for me | neu: new | frustrierend: frustrating | zum Beispiel: for example | Buch: book | Kopf: head | bedeutet: means | Vater: father | sondern: but | wörtlich: literally | katholisch: catholic | fast wie: almost like | zu Hause: at home | ohne: without | studiert: studies | Landwirtschaft: agriculture | ich sehe: I see | oft: often | Tagesrhythmus: daily rhythm | verschieden: different | zusammen: together | versucht: tries | Hochdeutsch: standard German | es funktioniert nicht: it doesn’t work | am ersten Morgen: on the first morning | gegessen: eaten | zubereitet: prepared | Gut geschlafen?: Did you sleep well? | gähnte: yawned | Weißwurst: (Bavarian) veal sausage | Magst du …?: Do you like …? | Was?: What? | Kennst du nicht?: Don’t you know? | schüttelte meinen Kopf: shook my head | Ich glaube nicht: I don’t think so | gab mir: gave me | Teller: plate | lagen: lay | Würste: sausages | Brezel: pretzel | Wie bitte?: I beg your pardon? | Guten Appetit!: Enjoy your meal! | Ach so, …: Oh, I see, … | starrte auf: stared at | weiß wie Schnee: white as snow | nahm: took | Gabel: fork | Na!: No! [Bavarian dialect] | zuzeln: to suck [dialect] | Schau!: Look! | steckte … in den Mund: put … in his mouth | saugte: sucked | nach: after | Sekunden: seconds | warf: threw | Pelle: skin [sausage] | jetzt: now | erst einmal: for starters | ein bisschen: a little bit | begann zu kauen: began to chew | lecker: delicious | dazu: along with it | lachte: laughed | stand auf: stood up | ging: went | kam zurück: came back | mit zwei großen Gläsern: with two large glasses | öffnete: opened | Flaschen: bottles | Bier: beer | Zum Frühstück: breakfast | Freilich!: Sure enough! | hob: raised | Prost: cheers





Übung

1. Es war … eine Wohnung zu finden.

a) sehr leicht

b) nicht so leicht

c) sehr schwierig



2. Am Ende hat Dino … gefunden.

a) ein Haus

b) ein WG-Zimmer

c) eine Wohnung



3. Dinos Mitbewohner kommt …

a) aus einem Dorf

b) aus einer Kleinstadt

c) aus einer Großstadt



4. Wie sagt man „München“ auf Bairisch?

a) Mingo

b) Minge

c) Minga



5. Wie findet Dino den bairischen Dialekt?

a) schön

b) frustrierend

c) schrecklich



6. Wastl studiert … in München.

a) Landwirtschaft

b) Wirtschaft

c) Wissenschaft



7. Was gibt es zum Frühstück?

a) Weißwurst, Brezel und Kaffee

b) Weißbrot, Brezel und Bier

c) Weißwurst, Brezel und Bier



8. Wie isst man Weißwurst?

a) mit den Fingern

b) mit Gabel und Messer

c) mit Gabel und Löffel





3. Herbst im Englischen Garten




~

Es ist Herbst. Die Blätter fallen von den Bäumen. Die Sonne scheint. Es ist angenehm warm. Alles leuchtet gelb, rot und orange.

Heute bin ich mit Wastl im Englischen Garten spazieren gegangen. Das ist ein großer Park in der Mitte von München, nur wenige Minuten von unserer Wohnung entfernt.

„Wusstest du, dass der Englische Garten größer ist als der Central Park in New York?“, fragte Wastl.

„Wirklich?“, sagte ich. „Ist es auch so gefährlich hier in der Nacht?“

„Schmarrn!“, sagte Wastl. „München ist die sicherste Stadt in Deutschland! Die Wirtschaft ist sehr stark in Bayern. Wir haben sehr wenig Arbeitslosigkeit und Kriminalität.“

Wir gingen eine Weile durch den Park. Junge Paare saßen auf dem grünen Rasen und picknickten. Kinder spielten Ball. Ältere Leute gingen mit ihren Hunden spazieren. Die Vögel zwitscherten.

Wastl zeigte mir das japanische Teehaus und den chinesischen Turm. Neben dem Turm gibt es einen riesiger Biergarten. Dort haben wir eine Pause gemacht.

„Na, bist du bereit für die Wiesn?“, fragte Wastl.

„Die was?“, fragte ich.

„Ja mei! Das Oktoberfest!“, sagte Wastl.

„Ach so“, sagte ich. „Warum ist das Oktoberfest eigentlich im September und nicht im Oktober?“

„Ganz einfach“, sagte Wastl. „Früher war es im Oktober. Aber im September ist das Wetter besser.“

„Und warum heißt es dann nicht ‘Septemberfest’?“, fragte ich.

Wastl lachte und schüttelte den Kopf. „Keine Ahnung“, sagte er. „Du fragst echt komische Fragen, Dino.“

Wir tranken still unser Bier. Wastl hatte zwei Maß bestellt. Eine Maß ist ein Liter. Wastl trank sehr schnell. Mein Glas war immer noch halb voll.

„Magst du Wassersport?“, fragte Wastl.

„Ja“, sagte ich. „Geht so. Warum?“

„Wusstest du, dass man in München surfen kann?“, fragte Wastl.

„Wirklich?“, sagte ich und lachte. „Aber es gibt hier doch kein Meer!“

„Na, ein Meer haben wir nicht“, sagte Wastl. „Aber du kannst auf dem Eisbach surfen. Das ist ein kleiner Bach, hier im Englischen Garten!“

„Surfen?“, fragte ich. „Auf einem Bach?“

„Ja, auf einer künstlichen Welle“, sagte Wastl. „Willst du es versuchen?“

Ich lachte und sagte: „Nein, danke. Ich kann kaum stehen nach dem Bier.“

Wir bezahlten und verließen den Biergarten. Ich spürte das Bier in meinem Kopf. Ich verstehe nicht, warum die Bayern so viel Bier trinken. Manchmal denke ich, die Menschen hier trinken mehr Bier als Wasser.

Wir spazierten weiter durch den Englischen Garten. Plötzlich blieb ich stehen.

„Was ist?“, fragte Wastl.

„Da … da vorne“, sagte ich.

„Was?“, fragte Wastl. „Hast du einen Geist gesehen?“

„Der Mann dort“, flüsterte ich und zeigte auf eine Wiese. „Er trägt keine Kleidung!“

„Ach so“, sagte Wastl und lachte. „Habt ihr kein FKK in Sizilien?“

„Eff Kah Kah?“, fragte ich. „Hat der Mann eine Krankheit …? Oh mein Gott, da sind noch mehr nackte Menschen!“

„Mensch, Dino!“, sagte Wastl. „FKK! Das bedeutet Freikörperkultur.“

„Komische Kultur“, sagte ich.

~

Herbst: autumn | Blätter: foliage | von den Bäumen: from the trees | scheint: shines | angenehm: pleasant | warm: warm | leuchtet: glows | spazieren gegangen: went for a walk | Mitte: center | Wusstest du, dass …?: Did you know that …? | größer als …: bigger than … | Wirklich?: Really? | gefährlich: dangerous | in der Nacht: at night | Schmarrn: Nonsense! [Bavarian] | die sicherste: the safest | Wirtschaft: economy | stark: strong | sehr wenig: very little | Arbeitslosigkeit: unemployment | Kriminalität: crime | eine Weile: a while | Junge Paare: young couples | saßen: sat | auf dem grünen Rasen: on the green grass | spielten: played | ältere Leute: older people | mit ihren Hunden: with their dogs | Vögel: birds | zwitscherten: twittered | zeigte mir: showed me | Turm: tower | bereit für : ready for | Wiesn: Oktoberfest (Theresienwiese) | Ja mei!: Oh my! [Bavarian] | Warum?: Why? | eigentlich: actually | ganz einfach: very simple | früher: in former times | Wetter: weather | besser: better | echt: really | komische Fragen: strange questions | Maß: one liter of beer [Bavarian] | immer noch: still | voll: full | Wassersport: water sports | Geht so.: So-so. | kein: no | Bach: brook | auf einer künstlichen Welle: on an artificial wave | Willst du …?: Do you want to …? | kaum: barely | stehen: stand | bezahlten: paid | verließen: left | spürte: felt | ich verstehe nicht: I don’t understand | so viel: so much | Menschen: people | mehr … als: more … than … | spazierten weiter: wandered further | plötzlich: suddenly | blieb stehen: stopped | Da!: There! | Da vorne!: Over there! | Geist: ghost | flüsterte: whispered | Wiese: meadow | trägt: wears | Kleidung: clothing | Krankheit: illness | Oh mein Gott!: Oh my god! | noch mehr: even more | nackt: naked | Mensch!: Man! | FKK (Freikörperkultur): nudism | Kultur: culture





Übung

1. Nach dem Herbst kommt der …

a) Winter

b) Sommer

c) Frühling



2. Der Englische Garten ist …

a) ein Park in New York

b) ein Garten in England

c) ein Park in München



3. Die … ist sehr stark in Bayern.

a) die Wirtschaft

b) die Wissenschaft

c) die Landwirtschaft



4. Was bedeutet „Wiesn“?

a) eine Wiese im Englischen Garten

b) das Oktoberfest (auf der Theresienwiese)

c) zwei Weißwürste



5. Wann ist das Oktoberfest?

a) im September

b) im Oktober

c) im November



6. Was ist eine „Maß“?

a) ein Liter Bier

b) zwei Liter Bier

c) drei Liter Bier



7. Wo kann man in München surfen?

a) auf dem Meer

b) auf einem Fluss

c) auf einem Bach



8. Warum trägt der Mann keine Kleidung?

a) Er hat eine Krankheit.

b) Er macht FKK.

c) Er hat kein Geld für Kleidung.





4. Das halbe Leben




~

Meine Arbeit beginnt sehr früh am Morgen. Ich stehe um viertel vor sechs auf. Zuerst dusche ich und trinke schnell einen Kaffee. Dann fahre ich ungefähr dreißig Minuten mit der S-Bahn. Meine Arbeit beginnt um halb sieben.

Ich komme nicht immer pünktlich. Manchmal höre ich den Wecker nicht. An anderen Tagen verpasse ich die S-Bahn. Herr Jäger ist dann sehr wütend. „Pünktlichkeit das halbe Leben“, sagt er immer. Aber was ist die andere Hälfte?

Heute Morgen bin ich wieder zu spät gekommen. Zum Glück hat Herr Jäger mich nicht gesehen. Ich habe sofort mit der Arbeit begonnen: fegen, putzen und schrubben. Nach einer Stunde war ich sehr müde. Ich kletterte in das U-Boot und setzte mich auf eine Koje. Nur ein paar Minuten ausruhen, dachte ich.

Als ich aufwachte, war es viertel vor neun. Die ersten Touristen kommen immer um neun. Ich hatte nicht mehr viel Zeit. Schnell verließ ich das U-Boot und arbeitete weiter. Wo war Herr Jäger?

Ich kratzte gerade ein Kaugummi von der Wand. Da hörte ich Schritte und Stimmen. Eine Gruppe von englischen Touristen! Ich versteckte mich hinter einer Ecke. Der Touristenführer erzählte etwas auf Englisch. Die Gruppe lachte und machte Fotos. Mein Herz pochte.

Nach einer Weile gingen die Touristen endlich weiter. Niemand sah mich. Ich atmete aus. Da sah ich etwas. Vor mir auf dem Kiesweg lag ein blaues Handy. Ich bückte mich und hob das Telefon auf.

„Oh, thank goodness! Danke“, sagte eine Stimme. Ich schaute auf. Eine junge Frau stand vor mir. Sie hatte dunkelgrüne Augen und hellbraune Haare. Sie lächelte.

„Ah“, sagte ich und zeigte auf das Handy. „Ist das deins?“

„Ja“, sagte sie. „Vielen Dank!“

„Kein Problem“, sagte ich und gab ihr das Telefon. „Bist du mit der Gruppe hier?“

„Ja, die Gruppe …“, sagte sie und schaute sich um. „Verdammt!“

Wir standen allein auf dem Kiesweg. Die Morgensonne schien. Die Vögel zwitscherten.

„Mein Name ist übrigens Dino“, sagte ich und versteckte den Putzlappen hinter meinem Rücken.

„Elisabeth“, sagte die junge Frau. „Arbeitest du hier?“

Ich nickte kurz. „Wirklich?“, sagte Elisabeth. „Wow!“

„Na ja“, sagte ich. „Es ist okay.“

„Okay?“, sagte sie und lachte. „Die Bavaria Filmstudios sind legendär! Stanley Kubrick, Orson Welles und Ingmar Bergman haben hier gearbeitet!“

„Wer?“, fragte ich und zuckte mit den Schultern.

Elisabeth lachte. „Du bist lustig, Dino.“

Ich kannte die Namen wirklich nicht. Aber ich lachte und sagte: „Soll ich dir zeigen, wo die Gruppe ist?“

„Mmmh“, sagte Elisabeth. „Ehrlich gesagt, nein! Ich hasse Führungen.“

„Wenn du willst, kann ich dir ein bisschen die Studios zeigen“, sagte ich.

„Marvelous“, sagte sie. „Lass uns gehen!“

~

früh am Morgen: early in the morning | ich stehe auf: I get up | viertel vor sechs: quarter to six | ich dusche: I shower | ungefähr: approximately | dreißig: thirty | S-Bahn: urban train | halb sieben: half past six | pünktlich: on time | ich höre: I hear | Wecker: alarm clock | ich verpasse: I miss | wütend: angry | Pünktlichkeit: punctuality | Hälfte: half | zu spät: too late | zum Glück: fortunately | sofort: immediately | begonnen: begun | fegen: sweeping | putzen: cleaning | schrubben: scrubbing | kletterte: climbed | ich setzte mich auf …: I sat down on … | ausruhen: rest | Als ich aufwachte …: When I woke up … | nicht mehr viel: not much more | viertel vor neun: quarter to nine | kratzte: scratched | gerade: just (at that moment) | Schritte: steps | Stimmen: voices | Ich versteckte mich hinter …: I hid behind … | Ecke: corner | Touristenführer: tourist guide | erzählte: told | Herz: heart | pochte: pounded | endlich: finally | sah mich: saw me | ich atmete aus: I exhaled | Kiesweg: gravel path | lag: lay | Handy: cell phone | ich bückte mich: I bent down | hob … auf: picked up … | schaute auf: looked up | Frau: woman | vor mir: in front of me | dunkelgrüne Augen: dark green eyes | hellbraune Haare: light brown hair | lächelte: smiled | Ist das deins?: Is this yours? | schaute sich um: looked around | Verdammt!: Damn! | Morgensonne: morning sun | schien: shone | übrigens: by the way | Putzlappen: cleaning rag | Rücken: back | nickte: nodded | kurz: briefly | Na ja, …: Well, … | legendär: legendary | zuckte mit den Schultern: shrugged | lustig: funny | kannte: knew | Soll ich dir zeigen, wo …?: Shall I show you where …? | ehrlich gesagt: honestly | ich hasse: I hate | Wenn du willst, …: If you want, … | Lass uns gehen!: Let’s go!





Übung

1. Wann steht Dino auf?

a) um viertel vor fünf

b) um viertel vor sechs

c) um viertel vor sieben



2. Halb sieben bedeutet:

a) 6:30

b) 7:00

c) 7:30



3. Kommt Dino immer pünktlich?

a) Ja, immer.

b) Nein, nicht immer.

c) Nein, nie.



4. Was sieht Dino auf dem Kiesweg?

a) ein blaues Handy

b) eine blaue Hand

c) ein blaues Handtuch



5. Die junge Frau hat …

a) dunkelgrüne Augen und hellbraune Haare

b) dunkelblaue Augen und hellbraune Haare

c) hellgrüne Augen und dunkelblonde Haare



6. Warum will Elisabeth nicht zurück zu der Gruppe?

a) Sie ist hungrig.

b) Sie ist müde.

c) Sie hasst Führungen.





5. Der Fluss aus den Alpen




~

Nach unserer Tour durch die Studios waren wir hungrig. Elisabeth und ich fuhren mit der S-Bahn in die Innenstadt.

„Was machst du eigentlich in München?“, fragte ich Elisabeth. „Du bist nicht von hier, oder?“

„Ist es so offensichtlich?“, sagte Elisabeth und lachte. „Ich komme aus Shepperton. Das ist eine kleine Stadt in der Nähe von London.“

„Ah“, sagte ich. „Und jetzt machst du Urlaub?“

„Schön wär’s“, sagte Elisabeth. „Ich bin … beruflich hier.“

„Was arbeitest du?“, fragte ich.

„Ich arbeite … für eine … kleine Zeitung“, sagte Elisabeth.

„Ach so, du schreibst über München!“, sagte ich.

„Äh ja …“, sagte Elisabeth. „Genau! Über das Oktoberfest!“

„Und warum sprichst du so gut Deutsch?“, fragte ich.

„Meine Großmutter“, sagte Elisabeth. „Sie war Deutsche. Leider habe ich viel vergessen.“

„Na ja, dein Deutsch ist besser als meins!“, sagte ich und lachte.

„Nächste Haltestelle Isartor“, sagte eine Stimme aus dem Lautsprecher.

„Hier“, sagte ich. „Wir sind da.“

„Gut“, sagte Elisabeth. „Mein Magen ist Krater.“

Von der S-Bahnstation gingen wir zu Fuß zum Ufer der Isar. Das ist ein großer Fluss in der Mitte von München. Der Himmel war blau. Die Sonne schien. Auf den grünen Wiesen lagen viele Leute.

„Schön hier“, sagte Elisabeth. „Und so warm!“

„Ja“, sagte ich. „Im Sommer kann man hier schwimmen, habe ich gehört.“

„Wirklich?“, sagte Elisabeth. „Ist der Fluss so sauber?“

„Anscheinend“, sagte ich. „Die Isar beginnt hoch oben in den Alpen. Das Wasser ist noch relativ frisch, wenn es hier in München ankommt.“

„Wohin gehen wir eigentlich?“, fragte Elisabeth nach einer Weile.

„Dorthin“, sagte ich und zeigte auf eine kleine Holzbude. „Ich hoffe, du magst Fisch.“

„Ja“, sagte Elisabeth. „Ich liebe Fisch!“

„Super“, sagte ich. „Hier gibt es die besten Fischbrötchen in ganz München.“

Ich bestellte zwei Fischbrötchen mit geräucherter Forelle. Dann setzten wir uns auf die Wiese und aßen.

„Und?“, fragte ich Elisabeth. „Habe ich zu viel versprochen?“

Elisabeth schüttelte den Kopf und kaute mit geschlossenen Augen. Dann sagte sie: „Mann, das ist das beste Fischbrötchen, das ich in meinem ganzen Leben gegessen habe!“

„Wunderbar“, sagte ich. „Ich glaube, der Fisch kommt frisch aus der Isar.“

Nach dem Essen saßen wir noch eine Weile in der Sonne. Dann sagte Elisabeth: „So, ich muss langsam gehen.“

„So früh?“, fragte ich.

„Ja, leider“, sagte Elisabeth. „Ich … ich muss meinen Artikel vorbereiten. Das Oktoberfest beginnt morgen, oder nicht?“

„Verstehe“, sagte ich. „Wenn du magst, können wir zusammen gehen.“

„Das wäre super!“, sagte Elisabeth. „Was ist deine Telefonnummer?“

Ich gab Elisabeth meine Nummer. „Danke für den schönen Tag, Dino“, sagte sie und gab mir die Hand. „Bis morgen!“

~

hungrig: hungry | fuhren: went (by train) | Innenstadt: downtown | offensichtlich: obviously | in der Nähe von: near | Urlaub: holiday | Schön wär’s.: I wish. | beruflich: work-related | Zeitung: newspaper | du schreibst über …: you write about … | Genau!: Exactly! | Großmutter: grandmother | Leider: unfortunately | vergessen: forget | meins: mine | Nächste Haltestelle: next stop | Lautsprecher: speaker | Magen: stomach | Krater: crater | zu Fuß: by foot | Ufer: shore | Himmel: sky | Fluss: river | blau: blue | schön: beautiful | schwimmen: swim | gehört: heard | anscheinend: apparently | hoch oben: high up | frisch: fresh | ankommt: arrives | dorthin: there | Holzbude: wooden shack | ich hoffe: I hope | ich liebe: I love | Fischbrötchen: fish sandwich | geräuchert: smoked | Forelle: trout | Habe ich zu viel versprochen?: Did I promise too much? | kaute: chewed | mit geschlossenen Augen: with eyes closed | in meinem ganzen Leben: in my whole life | noch: in addition | langsam: slowly | vorbereiten: prepare | oder nicht?: or not? | Wenn du magst, …: If you like, … | Das wäre super!: That would be great! | Telefonnummer: telephone number | Danke: Thank you | gab mir die Hand: shook my hand | Bis morgen!: See you tomorrow!





Übung

1. Dino und Elisabeth fahren mit der …

a) Straßenbahn

b) S-Bahn

c) U-Bahn



2. Elisabeth sagt, sie arbeitet für …

a) eine kleine Zeitung

b) eine große Zeitung

c) ein kleines Magazin



3. Worüber schreibt Elisabeth?

a) Sie schreibt über die S-Bahn.

b) Sie schreibt über die Filmstudios.

c) Sie schreibt über das Oktoberfest.



4. Elisabeths Großmutter war …

a) Italienerin

b) Deutsche

c) Dänin



5. Was ist die Isar?

a) ein Fluss in München

b) eine S-Bahnstation

c) eine Bar



6. Kann man in der Isar schwimmen?

a) ja

b) nein



7. Was essen Elisabeth und Dino?

a) Weißwurst

b) Fischbrötchen

c) Wurstbrötchen





6. Oans, zwoa, g’suffa!




~

Es war zehn Uhr morgens. Elisabeth, Wastl und ich saßen im Schottenhamel. Das ist ein großes Bierzelt auf dem Oktoberfest. Es gibt vierzehn große Zelte und viele kleine. Es war sehr voll im Schottenhamel. Eine Live-Band spielte traditionelle bayrische Musik mit viel Humptata.

Wastl hatte drei Maß bestellt. Die Bedienung, eine junge Frau im Dirndl, trug zehn Biergläser auf einmal. Sie stellte drei Gläser auf den Tisch.

„Servus, Franzi!“, sagte Wastl zu der Bedienung.

„Grias di, Wastl“, sagte sie. „Wer sind deine Freunde?“

„Das ist Dino, mein Mitbewohner aus Sizilien, und Elisabeth, eine Reporterin aus England“, sagte Wastl. „Dino, Elisabeth, das ist Franzi, meine Schwester!“

„Hi Franzi!“, sagte Elisabeth.

„Schreibst du über das Oktoberfest?“, fragte Franzi.

„Äh“, sagte Elisabeth. „Ja, genau!“

„Vielleicht kannst du etwas von deiner Arbeit erzählen“, sagte ich. „Für Elisabeths Artikel!“

„Gerne“, sagte Franzi. „In zehn Minuten endet meine Schicht. Bis gleich. Prost!“

„Salute!“, sagte ich und hob mein Glas.

„Cheers!“, sagte Elisabeth.

„Oans, zwoa, g’suffa!“, rief Wastl und trank einen großen Schluck.

„Was bedeutet das?“, fragte ich. „Eins, zwei …?“

„G’suffa!“ rief Wastl und trank einen neuen Schluck. „Trinken!“

„Ach so“, sagte ich und lachte.

„Ich habe gehört, Bier ist sehr gesund“, sagte Elisabeth. „Stimmt das?“

„Ja freilich“, sagte Wastl. „Bier enthält eine Menge Vitamin B, Magnesium, Kalium. Alles, was man braucht!“

„Na dann“, sagte Elisabeth. „Prost!“

„Oh, schau, das kommt Franzi“, sagte Wastl.

Franzi setzte sich neben Wastl. „So“, sagte sie. „Ich bin fertig für heute.“

„Willst du etwas trinken?“, fragte Wastl.

Franzi schüttelte den Kopf. „Na, ich will nur noch schlafen.“

„Ist der Job sehr anstrengend?“, fragte ich.

„Die Gläser sind bestimmt total schwer“, sagte Elisabeth.

Franzi lachte und sagte: „Die Gläser sind nicht das Problem. Es ist alles eine Frage der Technik. Der Weltrekord ist 27 Gläser auf einmal. Aber die Gäste sind manchmal anstrengend, vor allem die Touristen.“

„Wirklich?“, fragte Elisabeth. „Warum?“

„Manche Leute sind sehr schnell betrunken“, sagte Franzi. „Dann tanzen sie auf den Tischen oder randalieren.“

„Aber es ist normal, dass die Leute betrunken sind, oder?“, sagte ich. “Wenn sie die ganze Zeit Bier trinken?“

„Hier ist ein Tipp“, sagte Franzi. „Die erste Maß muss man ganz langsam trinken und viel dazu essen. Am besten etwas mit viel Fett, wie Hendl oder Schweinshaxen. Dann wird man auch nicht betrunken.“

„Interessant“, sagte Elisabeth. “Das wusste ich nicht.“

„Ja, die meisten Touristen wissen das nicht. Leider“, sagte Franzi und gähnte. „Mann, bin ich müde.“

Wir verabschiedeten uns von Franzi und tranken unser Bier. Um uns herum wurde es immer lauter. Ein Großteil der Gäste war bereits sternhagelvoll. Und es war noch nicht einmal Mittag.

~

zehn Uhr morgens: ten o’clock in the morning | Bierzelt: beer tent | vierzehn: fourteen | Zelte: tents | sehr voll: very crowded | Humptata: oom-pah-pah (rhythmical brass music) | Bedienung: waitress | Dirndl: dirndl (dress) | trug: carried | auf einmal: at once | stellte … auf den Tisch: put … on the table | Freunde: friends | Reporterin: reporter | vielleicht: maybe | Schwester: sister | endet: ends | Gerne!: With pleasure! | Schicht: shift | Bis gleich!: See you soon! | trank: drank | Schluck: sip | gesund: healthy | Stimmt das?: Is that right? | enthält: contains | eine Menge: a good deal | Alles, was man braucht.: Everything you need. | Na dann, …: Well then, … | fertig für heute: done for today | anstrengend: exhausting | bestimmt: certainly | schwer: difficult | eine Frage der Technik: a question of technique | manche: some | betrunken: drunk | tanzen auf …: dance on … | randalieren: riot | Tipp: advice | am besten: preferably | Fett: fat | Hendl: roast chicken [Bavarian] | Schweinshaxen: roasted pork knuckles | wird man nicht: you don’t become | interessant: interesting | verabschiedeten uns von …: said goodbye to … | um uns herum: around us | immer lauter: ever louder | Großteil: majority | sternhagelvoll: roaring drunk | noch nicht einmal: not even | Mittag: noon





Übung

1. Wie viele Bierzelte gibt es auf dem Oktoberfest?

a) vierzig große und viele kleine

b) vierzehn große und viele kleine

c) viele große und vierzehn kleine



2. Wie viele Gläser trägt die Bedienung?

a) fünf auf einmal

b) sieben auf einmal

c) zehn auf einmal



3. Wer ist Franzi?

a) Wastls Schwester

b) Dinos Schwester

c) Wastls Freundin



4. Was macht Franzi im Bierzelt?

a) Sie macht Musik.

b) Sie bedient die Gäste.

c) Sie kocht Essen.



5. Bier enthält …

a) Vitamin B, Magnesium und Natrium

b) Vitamin C, Magnesium und Kalium

c) Vitamin B, Magnesium und Kalium



6. Warum ist Franzis Job anstrengend?

a) Die Gläser sind sehr schwer.

b) Die Touristen werden schnell betrunken.

c) Sie muss viel laufen.



7. Man wird nicht betrunken, wenn …

a) man langsam trinkt und viel dazu isst.

b) man schnell trinkt und wenig dazu isst.

c) man schnell trinkt und viel dazu isst.





7. Das Paralleluniversum




~

Das Oktoberfest ist verrückt. Millionen von Menschen kommen aus der ganzen Welt, nur um Bier zu trinken. Ich habe Koreaner in Lederhosen gesehen und amerikanische Mädchen in Dirndln. Das Oktoberfest ist wie ein Paralleluniversum, wo alle Menschen dieselbe Sprache sprechen: Bier.

Wastl erklärte uns, dass es auf dem Oktoberfest nur Bier aus München gibt. Die Stadt hat sechs große Brauereien. Jede Brauerei hat ein Bierzelt auf dem Oktoberfest. Die größten Zelte bekommen das Bier direkt aus einer Leitung unter der Erde.

„Die Leitung schafft mehr als 1000 Gläser pro Stunde“, erklärte Wastl.

Wir spazierten über die Wiesn. Es wurde immer voller. Und lauter.

„Viele Münchener fliehen jedes Jahr zu dieser Zeit“, sagte Wastl. „Sie fahren aufs Land oder machen Urlaub im Ausland.“

„Das kann ich gut verstehen“, sagte Elisabeth. „Es ist so voll. Man kann kaum gehen.“

„Ja“, sagte ich. „Pass auf deine Füße auf!“

„Da vorne“, rief Elisabeth. „Da ist eine Öffnung!“

Wir drängten uns durch die Menschenmasse. Nach ein paar Minuten waren wir frei. „Puh!“, sagte Elisabeth. „Das war anstrengend.“

„Ja“, sagte ich und schnaufte. „Das ist nicht normal!“

„Hast du Wastl gesehen?“, fragte Elisabeth.

Ich drehte mich um. Keine Spur von meinem Mitbewohner. „Wastl?“, rief ich. „Waaaas-teeeel?“

„Ich glaube, wir haben ihn verloren“, sagte Elisabeth.

„Mmh“, sagte ich. „Sieht so aus.“

„Und jetzt?“, fragte Elisabeth.

„Keine Ahnung“, sagte ich. „Dort ist eine kleine Wiese. Lass uns setzen.“

Wir setzten uns auf die Wiese. „Boah, ich habe einen Durst!“, sagte Elisabeth.

„Da vorne ist ein kleiner Stand“, sagte ich und zeigte auf eine kleine Holzbude. „Komme gleich wieder.“

Eine Weile später gab ich Elisabeth eine große Flasche Wasser und eine kleine Papiertüte.

„Danke für das Wasser“, sagte Elisabeth. „Und was ist in der Tüte?“

„Etwas zu essen“, sagte ich.

„Oh“, sagte Elisabeth und öffnete die Tüte. „Ein Lebkuchenherz!“

„Es gab nichts anderes“, sagte ich und zuckte mit den Schultern.

„Hier steht etwas drauf“, sagte Elisabeth. „Toller Käfer!“

„Was bedeutet das?“, fragte ich. „Ein Käfer ist ein Insekt, oder?“

„Korrekt“, sagte Elisabeth. „Aber hier bedeutet es soviel wie ‘hübsches Mädchen‘!“

„Oh“, sagte ich und lächelte. “Wirklich?“

„Danke für das Kompliment, Dino!“, sagte Elisabeth und küsste mich auf die Wange.

Ich wurde ein bisschen rot und sagte: „Bitte schön!“

~

verrückt: crazy | Lederhosen: lederhosen [leather pants] | Paralleluniversum: parallel universe | dieselbe: the same | erklärte: explained | Brauereien: breweries | die größten: the largest | bekommen: get | Leitung: pipeline | unter der Erde: underground | schafft: handles | mehr als: more than | Münchener: inhabitant of Munich | fliehen: flee | zu dieser Zeit: at this time | aufs Land: to the countryside | ins Ausland: abroad | Pass auf … auf!: Watch your …! | Füße: feet | Öffnung: opening | drängten durch: pushed through | Menschenmasse: crowd | frei: free | Puh!: Phew! | schnaufte: gasped | Ich drehte mich um : I turned around | Keine Spur: no trace | verloren: lost | Sieht so aus.: Looks like it. | Boah!: Wow! | Durst: thirst | Stand: booth | (Ich) komme gleich wieder.: I’ll be right back. | Papiertüte: paper bag | Lebkuchenherz: gingerbread heart | Es gab nichts anderes.: There wasn’t anything else. | steht etwas drauf: it says something on it | Käfer: beetle | hübsches Mädchen: pretty girl | Kompliment: compliment | küsste mich: kissed me | Wange: cheek | wurde rot: blushed | Bitte schön!: You’re welcome!





Übung

1. Es gibt auf dem Oktober …

a) Bier aus der ganzen Welt

b) nur Bier aus Deutschland

c) nur Bier aus München



2. Die größten Bierzelte bekommen ihr Bier …

a) aus Flaschen

b) aus einer Leitung

c) aus einem Fass



3. Warum fliehen viele Münchener jedes Jahr?

a) Es gibt zu viele Menschen in der Stadt.

b) Es gibt zu wenig Menschen in der Stadt.

c) Es gibt zu wenig Essen in der Stadt.



4. Elisabeth und Dino haben Wastl … verloren.

a) im Bierzelt

b) in der Menschenmasse

c) auf einer Wiese



5. Was kauft Dino für Elisabeth?

a) eine Flasche Cola und ein Lebkuchenherz

b) eine Flasche Bier und ein Marzipanherz

c) eine Flasche Wasser und ein Lebkuchenherz



6. Was bedeutet „toller Käfer“?

a) schönes Mädchen

b) schönes Insekt

c) schönes Wetter



7. Elisabeth küsst Dino …

a) auf den Mund

b) auf die Stirn

c) auf die Wange





8. Der Himmel über München




~

Man kann nicht nur essen und Bier trinken auf dem Oktoberfest. Es gibt auch viele Fahrgeschäfte: ein Kettenkarussell, eine Geisterbahn, Rutschen, zwei Achterbahnen, ein Riesenrad und vieles mehr.

Elisabeth und ich standen vor einer Achterbahn mit dem Namen „Olympia Looping“. Die Bahn schoss durch fünf große Ringe. Die Menschen hingen mit dem Kopf nach unten und schrien.

„Soll ich Tickets kaufen?“, fragte ich Elisabeth.

„Nein danke“, sagte sie und lachte. „Ich will mein Frühstück nicht verlieren.“

„Wie du meinst“ sagte ich. Wir gingen weiter. „Was ist das?“, fragte ich und zeigte auf ein Schild mit der Aufschrift „Original Pitt’s Todeswand“.

„Keine Ahnung“, sagte Elisabeth. „Aber das Apostroph ist falsch.“

„Mmh?“, sagte ich. „Wieso?“

„Der englische Genitiv hat kein Apostroph im Deutschen“, sagte Elisabeth.

Ich schaute sie an und blinzelte.

„Egal. Sorry. Ich bin manchmal so ein Nerd“, sagte Elisabeth. „Los! Zur Todeswand!“

Als wir näher kamen, hörten wir den Lärm von Motoren. Ich kaufte zwei Eintrittskarten und wir betraten das Zelt. Die „Todeswand“ war ein riesiger Ring aus Holz, wie ein Fass. Wir gingen ein paar Stufen hinauf und schauten in das Fass. Drei Männer auf Motorrädern fuhren auf der Wand im Kreis. Sie hingen vertikal in der Luft.

„Das sieht gefährlich aus“, sagte ich. Einer der Männer begann freihändig zu fahren. Ein anderer fuhr rückwärts.

„Ich hoffe, sie haben eine gute Unfallversicherung“, sagte Elisabeth.

Wir folgten den Motorrädern mit unseren Blicken, rund und rund. Die Motoren brummten. Die Zuschauer applaudierten.

Als wir das Zelt verließen, sagte Elisabeth: „Mir ist total schwindelig nur vom Zuschauen.“

„Ja“, sagte ich. „Komm, lass uns ein bisschen entspannen! Ich habe eine Idee.“

Ich führte Elisabeth durch die Menschenmasse. Vor dem Riesenrad blieb ich stehen und kaufte zwei Tickets. Wir setzten uns in eine Gondel. Dann schloss ich die Tür und sagte: „Ich hoffe, du hast keine Höhenangst!“

„Quatsch!“, sagte Elisabeth.

Das Riesenrad begann sich zu drehen. Wir stiegen langsam in die Luft, Meter für Meter.

„Was für eine Aussicht!“, sagte Elisabeth und zeigte durch das Fenster. Die Stadt unter uns wurde immer kleiner. „Schau“, sagte ich. „Siehst du die Isar?“

„Ja“, sagte Elisabeth. „München sieht sehr grün aus von oben.“

Wir stiegen immer höher und höher. Weit unter uns sahen wir die Bierzelte und die Fahrgeschäfte. Die Menschen waren klein wie Ameisen. Dann stoppte das Riesenrad. Unsere Gondel schaukelte.

Der Himmel leuchtete rot und violett. Die Sonne ging langsam unter.

„Wow“, sagte Elisabeth. „Ich kann die Alpen sehen!“

„Tatsächlich“, sagte ich und grinste. „Romantisch, oder?“

„Du, Dino?“, sagte Elisabeth nach einer Weile.

„Ja?“, sagte ich.

„Ich … ich“, begann Elisabeth. „Ich muss dir etwas sagen.“

Ich schluckte und sagte: „Ich auch!“

„Wirklich?“, sagte Elisabeth und lachte. „Du zuerst!“

„Okay“, sagte ich. „Ich … ich hatte eine wunderbare Zeit mit dir in den letzten zwei Tagen!“

„Ja“, sagte Elisabeth und lächelte. „Ich auch.“

Die Lichter der Stadt funkelten wie Diamanten. Die Sonne war verschwunden. Ich nahm Elisabeths Hand. Sie legte ihren Kopf auf meine Schulter. Wir saßen so einen langen Augenblick still zusammen.

„Was wolltest du mir sagen?“, fragte ich nach einer Weile.

„Ach“, sagte Elisabeth. „Nicht so wichtig.“

~

Fahrgeschäfte: rides | Kettenkarussell: swing carousel | Geisterbahn: ghost train | Rutschen: slides | Achterbahnen: roller coasters | Riesenrad: Ferris wheel | vieles mehr: much more | schoss: shot | Ringe: rings | hingen: hung | nach unten: downwards | schrien: screamed | kaufen: purchase | verlieren: lose | Wie du meinst.: Whatever you say. | Schild: sign | Aufschrift: inscription | Apostroph: apostrophe | Wieso?: How come? | schaute sie an: looked at her | blinzelte: blinked | Los!: Let’s go! | Todeswand: Wall of Death | Als wir näher kamen, …: As we got closer, … | hörten: heard | Lärm: noise | Motoren: engines | Eintrittskarten: tickets | betraten: entered | aus Holz: wooden | Fass: barrel | Stufen: steps | hinauf: up | im Kreis: in a circle | vertikal: vertically | Luft: air | das sieht … aus: That looks … | gefährlich: dangerous | freihändig: freehanded | rückwärts: backwards | Unfallversicherung: accident insurance | folgten: followed | mit unseren Blicken: with our gazes | rund und rund: round and round | brummten: hummed | Zuschauer: viewers | applaudierten: applauded | schwindelig: dizzy | entspannen: relax | Idee: idea | führte: led | Gondel: gondola | schloss: closed | Tür: door | Höhenangst: fear of heights | Quatsch!: Nonsense! | begann sich zu drehen: began to turn | stiegen: climbed | Aussicht: view | Fenster: window | von oben: from above | Ameisen: ants | schaukelte: rocked | Die Sonne ging langsam unter.: The sun set slowly. | Alpen: Alps | Tatsächlich!: Indeed! | schluckte: swallowed | Ich auch.: Me too. | eine wunderbare Zeit: a wonderful time | mit dir: with you | letzten: last | Lichter: lights | funkelten: sparkled | Diamanten: diamonds | verschwunden: disappeared | Schulter: shoulder | Augenblick: moment | Was wolltest du … ?: What did you want … ? | wichtig: important





Übung

1. Was ist kein Fahrgeschäft?

a) eine Achterbahn

b) eine Geisterbahn

c) eine U-Bahn



2. Was ist „Olympia Looping“?

a) eine Achterbahn

b) eine Geisterbahn

c) eine U-Bahn



3. Der englische Genitiv hat … im Deutschen.

a) ein Apostroph

b) kein Apostroph

c) ein Semikolon



4. Die Männer fahren mit den Motorrädern …

a) auf einer Wand

b) auf der Achterbahn

c) in einem Bierzelt



5. Hat Elisabeth Höhenangst?

a) ja

b) nein

c) manchmal



6. Die Menschen sind klein wie …

a) Käfer

b) Gläser

c) Ameisen



7. Elisabeth kann … sehen.

a) das Meer

b) die Alpen

c) den Mond



8. Elisabeth und Dino hatten eine … zusammen.

a) wunderbare Zeit

b) langweilige Zeit

c) schreckliche Zeit





9. Technische Schwierigkeiten




~

Am nächsten Morgen hörte ich meinen Wecker nicht. In meinem Kopf waren nur Gedanken an Elisabeth und unseren Abend im Riesenrad.

Der Himmel war bewölkt. Herr Jäger wartete bereits am Eingang der Studios auf mich.

„Gu…ten Morgen“, sagte ich.

Herr Jäger antwortete nicht. Er schaute auf seine Uhr.

„Die … die Bahn kam zu spät“, erklärte ich. „Es tut mir leid!“

„So, so!, die Bahn“, sagte Herr Jäger. „Sehr interessant.“

„Ja“, sagte ich. „Technische Schwierigkeiten …“

„Sparen Sie sich die Ausreden“, sagte Herr Jäger. „Sie sind gefeuert!“

Mein Mund hing offen. „Was?“, sagte ich. „Aber warum?“

„Was denken Sie?“, fragte Herr Jäger.

„Weil ich manchmal zu spät komme?“, fragte ich.

„Manchmal?“, sagte Herr Jäger und lachte. „Nicht nur das.“

„Was … was sonst?“, fragte ich.

„Erstens verschwinden sie zu oft“, sagte Herr Jäger. „Und zweitens …“ Er nahm etwas aus seiner Tasche und sagte: „Ist das Ihre Thermoskanne?“

„Äh, ja“, sagte ich. „Wieso?“

„Ein Kollege hat die Thermoskanne im U-Boot gefunden, auf einer Koje, zwischen den Kissen!“, sagte Herr Jäger.

„Ich … ich … äh“, stotterte ich.

„Die Kanne ist ausgelaufen“, sagte Herr Jäger. „Jetzt sind überall Kaffeeflecken! Auf den Kissen, auf der Matratze! Das waren Original-Requisiten! Sie haben alles ruiniert!“

Ich versuchte, Herrn Jäger zu beruhigen. Aber es half nichts. Es war zu spät. Ich drehte mich um und ging zurück zur S-Bahn.

Als ich zu Hause ankam, kochte ich einen Topf Spaghetti Napoli. Dann nahm ich das Telefon und wählte Elisabeths Nummer. Es war besetzt. Ich legte das Telefon auf den Tisch. Plötzlich klingelte es.

„Elisabeth?“, sagte ich in den Hörer.

„Ciao, Dino!“, sagte eine Stimme.

„Mama?“, sagte ich.

„Bambino!“, sagte sie. „Come stai?“

Bevor ich antworten konnte, sagte sie auf Italienisch: „Wie geht es dir, Kind? Hast du genug zu essen? Ist dir kalt in Deutschland? Wie geht es mit der Arbeit?“

„Tutti bene“, sagte ich. „Alles in Ordnung.“

„Ich habe allen erzählt, dass du beim Film arbeitest“, sagte meine Mutter. „Mein Sohn, ein Star wie Marcello Mastroianni!“

„Mama, ich arbeite nicht …“, begann ich. Aber sie sagte: „Dino, ich habe eine Überraschung.“

„Überraschung?“, fragte ich.

„Ja“, sagte sie. „Un momento!“

Ein paar Sekunden später hörte ich eine männliche Stimme: „Ciao, Dino!“

„Alfredo?“, sagte ich. „Bist du es?“

„Ja“, sagte er. „Ich bin’s, Bruder!“

„Was machst du in Sizilien?“, fragte ich. „Warum bist du nicht in New York?“

„Ich hatte hier ein Meeting mit einer kleinen Bank“, sagte er. „Aber genug von mir. Wie geht es dir?“

„Ehrlich gesagt … nicht so gut“, sagte ich. „Ich habe heute meinen Job verloren.“

„Oh“, sagte Alfredo. „Hast du es Mama erzählt?“

„Bist du verrückt? Natürlich nicht!“, sagte ich. „Verdammt! Was soll ich jetzt machen? Wie soll ich die Miete bezahlen?“

„Mmmh“, sagte Alfredo. „Lass mich überlegen. Ich habe einen Freund, der Ferienwohnungen in Deutschland vermietet. Soll ich etwas für dich organisieren?“

„Alfredo, du bist der Beste!“, sagte ich.

„Kein Problem“, sagte Alfredo. „Er hat Wohnungen in fast allen deutschen Städten, aber leider nicht in München, glaube ich.“

„Egal“, sagte ich. „Ich habe sowieso genug von Bayern!“

~

Gedanken: thoughts | Abend: evening | bewölkt: cloudy | wartete auf mich: waited for me | am Eingang: at the entrance | antwortete: answered | schaute auf seine Uhr: looked at his clock | Es tut mir leid!: I am sorry! | So, so!: Well well! | Technische Schwierigkeiten: Technical difficulties | Sparen Sie sich …: Save yourself … | Ausreden: excuses | gefeuert: fired | offen: open | Was denken Sie?: What do you think? | Nicht nur das.: Not only that. | Was sonst?: What else? | erstens: first of all | verschwinden: disappear | zweitens: secondly | aus seiner Tasche: from his pocket | Kollege: colleague | zwischen: between | Kissen: cushions | stotterte: stuttered | ausgelaufen: leaked | Kaffeeflecken: coffee stains | Matratze: mattress | ruiniert: ruined | versuchte: tried | beruhigen: calm down | es half nichts: it didn’t help | kochte: cooked | Topf: pot | wählte: dialed | besetzt: busy | klingelte: rang | Hörer: receiver | Bevor ich … konnte, …: Before I could … , … | Ich habe allen erzählt, dass …: I’ve told everyone that … | Sohn: son | Überraschung: surprise | männlich: male | Bruder: brother | genug von mir: enough about me | natürlich: of course | Miete: rent | Lass mich überlegen …: Let me think … | Ferienwohnungen: holiday apartments | vermietet: rented | sowieso: anyway | Ich habe genug von …: I’m tired of …





Übung

1. Warum hört Dino den Wecker nicht?

a) Er denkt nur an Elisabeth.

b) Er ist betrunken.

c) Der Wecker hat keine Batterien.



2. Dino kommt … zur Arbeit.

a) zu früh

b) zu spät

c) pünktlich



3. Herr Jäger …

a) gibt Dino mehr Geld.

b) gibt Dino mehr Arbeit.

c) feuert Dino.



4. Was hat Herr Jäger im U-Boot gefunden?

a) Dinos Thermoskanne

b) Dinos Handy

c) Dinos Schlüssel



5. Wer ist am Telefon?

a) Dinos Mutter

b) Dinos Schwester

c) Elisabeth



6. Was macht Alfredo in Sizilien?

a) Er hat eine neue Freundin.

b) Er macht Urlaub.

c) Er hat ein Meeting mit einer Bank.



7. Alfredos Freund vermietet …

a) Autos

b) Ferienwohnungen

c) Restaurants





10. Wenn es am schönsten ist




~

Elisabeth und ich saßen in einem kleinen Café in Glockenbach. Das ist ein Münchner Viertel mit vielen Bars und Restaurants.

„Hast du Wastl eigentlich wiedergefunden?“, fragte Elisabeth und nippte an ihrem Cappuccino.

„Ah ja“, sagte ich. „Am nächsten Tag habe ich ihn gefragt, und er hat gesagt wir sind verschwunden, nicht er.“

„Alles eine Frage der Perspektive“, sagte Elisabeth.

„Apropos Perspektive“, sagte ich und trank einen Schluck Espresso. „Wie geht’s mit deinem Artikel?“

„Mein Artikel?“, fragte Elisabeth. „Über das Oktoberfest?“

„Ja“, sagte ich. „Bist du fertig?“

Elisabeth stellte ihre Tasse auf den Tisch und sagte: „Dino, ich muss dir etwas sagen. Es gibt keinen Artikel.“

„Wie meinst du?“, fragte ich. „Hast du ein Problem mit deiner Zeitung?“

„Nein“, sagte Elisabeth und seufzte. „Ich bin keine Reporterin. So, jetzt weißt du es.“

„Oh“, sagte ich. „Das wolltest du mir auf dem Riesenrad sagen, oder?“

Elisabeth nickte und sagte: „Du denkst jetzt sicher, ich bin ein schrecklicher Mensch.“

Ich lächelte und sagte: „Quatsch! Aber ich verstehe nicht … warum die ganze Story?“

„Na ja“, sagte Elisabeth. „Ich war wirklich einmal Reporterin. Aber dann haben sie mich gefeuert. Jetzt habe ich nur noch meinen Blog. Ich schreibe dort über Filme und Filmgeschichte. Also bin ich nach München gefahren, um die legendären Studios zu sehen. Und als du mir sagtest, dass du in den Studios arbeitest, habe ich mich … geschämt.“

Ich begann unkontrolliert zu lachen. Die Gäste an den Tischen neben uns drehten sich um.

„Du findest das lustig?“, fragte Elisabeth. „Ich finde das eher miserabel.“

„Oh Mann“, sagte ich und wischte mir eine Träne aus den Augen. „Du hast gedacht, ich mache Filme, aber ich habe nur geputzt!“

„Was?“, sagte Elisabeth. „Ich dachte, du bist Kameramann, Maskenbildner, Beleuchter … irgendetwas! Warum hast du nichts gesagt?“

„Du hast nicht gefragt“, sagte ich und grinste.

„Oh Mann“, sagte Elisabeth und schüttelte den Kopf. „Ich kann es nicht glauben. Du putzt in den Bavaria Filmstudios?“

„Nein“, sagte ich. „Nicht mehr. Mein Chef hat mich gestern gefeuert.“

„Oh“, sagte Elisabeth. „Das tut mir leid!“

„Nicht so tragisch“, sagte ich. „Der Job war schrecklich!“

„Und was machst du jetzt?“, fragte Elisabeth und trank einen Schluck Cappuccino.

„Keine Ahnung“, sagte ich. „Ich kann meine Miete in München nicht mehr bezahlen. Aber mein Bruder hilft mir vielleicht mit einer neuen Wohnung.“

„Du hast Glück“, sagte Elisabeth. „Ich habe keine Geschwister. Mit meinem Blog verdiene ich ein bisschen etwas. Aber München ist wirklich teuer. Nach diesem Cappuccino habe ich gerade genug Geld für den Zug zurück nach Shepperton.“

„Weißt du was?“, sagte ich. „Lass uns einfach verschwinden!“

„Wie meinst du, verschwinden?“, fragte Elisabeth.

„Na ja“, sagte ich. „Wir hatten eine schöne Zeit zusammen in München, oder?“

„Ja“, sagte Elisabeth und lächelte. „Wunderschön!“

„Die Deutschen sagen, man soll immer dann gehen, wenn es am schönsten ist“, sagte ich. „Kennst du das Sprichwort?“

Elisabeth nickte und sagte: „Du hast Recht. Lass uns gehen!“



* * *



Eine Stunde später standen Elisabeth und ich auf einem Gleis am Münchener Hauptbahnhof. Neben uns standen zwei Koffer. „Wirst du mir schreiben?“, fragte sie.

„Natürlich“, sagte ich. „Und ich werde auch deinen Blog lesen!“

Elisabeth lächelte. Sie küsste mich auf die Wange, nahm ihren Koffer und stieg in den Zug. Dann drehte sie sich um und winkte. Ich winkte zurück. Die Türen schlossen sich. Der Zug bewegte sich. Ich winkte weiter und wartete, bis der Zug verschwunden war.

Dann nahm ich meinen Koffer und suchte nach einem Internet-Café. Vielleicht hatte Alfredo mir schon eine Email geschickt.

~

Viertel: neighborhood | wiedergefunden: found again | nippte an: sipped at | fertig: finished | Wie meinst du?: What do you mean? | jetzt weißt du: now you know | ein schrecklicher Mensch: a terrible person | einmal: one day | Filmgeschichte: film history | Als du mir sagtest, dass …: When you told me that … | ich habe mich geschämt: I felt ashamed | unkontrolliert: uncontrolled | Gäste: guests | neben uns: beside us | eher: rather | miserabel: pathetic | wischte: wiped | Träne: tear | Kameramann: cameraman | Maskenbildner: makeup artist | Beleuchter: lighting technician | irgendetwas: anything | nicht mehr: not any longer | tragisch: tragic | hilft mir: helps me | Du hast Glück.: You’re lucky. | Geschwister: siblings | gerade genug: just enough | ich verdiene: I earn | Weißt du was?: You know what? | wenn es am schönsten ist: when it’s most beautiful | Sprichwort: proverb | Du hast Recht: You’re right | Gleis: platform | Hauptbahnhof: central station | Koffer: suitcase | Wirst du mir schreiben?: Will you write to me? | lesen: read | Zug: train | winkte: waved | bewegte sich: moved | bis: until | suchte nach: was looking for | geschickt: sent





Übung

1. Elisabeth und Dino sitzen in …

a) einem Restaurant

b) einem Café

c) einem Bierzelt



2. Elisabeth arbeitet … für eine Zeitung.

a) nicht mehr

b) jeden Tag



3. In ihrem Blog schreibt sie über …

a) Essen

b) Filme

c) Städte



4. Warum hat sich Elisabeth geschämt?

a) Sie dachte, Dino arbeitet beim Film.

b) Sie dachte, Dino hat viel Geld.

c) Sie dachte, Dino ist sehr schön.



5. Elisabeth hat … Geschwister.

a) zwei

b) drei

c) keine



6. Elisabeth hat gerade genug Geld für …

a) den Zug zurück

b) den Flug zurück

c) das Schiff zurück



7. „Man soll immer dann gehen, wenn es … ist.“

a) am langweiligsten

b) am schönsten

c) am schrecklichsten



8. Warum sucht Dino nach einem Internet-Café?

a) Er wartet auf eine Email von seinem Vater.

b) Er wartet auf eine Email von Elisabeth.

c) Er wartet auf eine Email von seinem Bruder.





Answer Key / Lösungen


1. b, a, c, a, c, a,

2. b, b, a, c, c, a, b, a

3. a, c, a, b, a, a, c, b

4. b, a, b, a, a, c

5. b, a, c, b, a, a, b

6. b, c, a, b, c, b, a

7. c, b, a, b, c, a, c

8. c, a, b, a, b, c, b, a

9. a, b, c, a, a, c, b

10. b, a, b, a, c, a, b, c





About the Author





André Klein was born in Germany, has grown up and lived in many different places including Thailand, Sweden and Israel. He has produced two music albums, performed and organized literary readings, curated an experimental television program and is the author of various short stories and non-fiction works.





Website: andreklein.net

Twitter: twitter.com/barrencode

Blog: learnoutlive.com/blog





Acknowledgements


Special thanks to Deborah Hanson, Franz M. Krumenacker, Eti Shani and Sanja Klein.





~

This book is an independent production. Did you find any typos or broken links? Send an email to the author at andre@learnoutlive.com and if your suggestion makes it into the next edition, your name will be listed here.

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In this sequel to “Café in Berlin”, Dino makes his way towards the central German metropolis of Frankfurt am Main, caught in between quaint cider-pubs, the international banking elite, old acquaintances and the eternal question what to do with his life.



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In this follow-up to “Ferien in Frankfurt”, Dino finds himself in Cologne, the carnival capital of Germany and home of the Cologne Cathedral. Struggling with tacky accommodations and an empty wallet, he stumbles over a gig which promises to be a walk down easy street. But before he knows it, the carnival begins and he’s faced with an onslaught of bewildering customs and sudden downpours of candy.



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In an abandoned house at the outskirts of a small town, an unidentified body has been found. Can you help Kommissar Harald Baumgartner and his colleague Elisabeth Momsen solve this case and improve your vocabulary along the way?



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Learning German With Stories And Pictures: Fred Der Fisch





A picture book for the young and young at heart about an unusual friendship between two pets.



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This interactive adventure ebook for German learners puts you, the reader, at the heart of the action. Boost your grammar by engaging in sword fights, improve your conversation skills by interacting with interesting people and enhance your vocabulary while exploring forests and dungeons.



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Table of Contents

Introduction

How To Read This Book

1. Eine unendliche Geschichte

Übung

2. Willkommen in Minga

Übung

3. Herbst im Englischen Garten

Übung

4. Das halbe Leben

Übung

5. Der Fluss aus den Alpen

Übung

6. Oans, zwoa, g’suffa!

Übung

7. Das Paralleluniversum

Übung

8. Der Himmel über München

Übung

9. Technische Schwierigkeiten

Übung

10. Wenn es am schönsten ist

Übung

Answer Key / Lösungen

About the Author

Acknowledgements

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